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Matthias Sindelar
Der Papierene Tänzer |
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| Persönliche Daten | |
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Geboren am 10. 2. 1903 in Iglau (Mähren) 1918 Mechanikerlehrling/Jugendmannschaft Herta-Wien 1924 Austria Wien/Mittelstürmer 1938 Besitzer eines Cafes in Favoriten Gestorben am 23. 1. 1939 in Wien
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| Die Jugend | |
Am 10. Februar 1903 wurde Matthias Sindelar im Dorf Kozlau, bei Iglau (Mähren) geboren. Wie viele Menschen aus Böhmen und Mähren suchte der Vater, ein Maurer, mit seiner Frau und seinen Kindern, neben Matthias drei Töchter, ein besseres Leben im k.u.k. Wien. Die Familie Sindelar zog nach Wien-Favoriten, in den Bezirk neuer Fabriken und Ziegeleien, wie zahlreiche andere „Ziegl-Behm" (verkürzt für in den Ziegeleien beschäftigte Einwanderer aus Böhmen), wie sie von den Einheimischen abschätzig genannt wurden. Ständig jagte der kleine „Motzl", so sein Spitzname, mit anderen Buben auf der „Gstettn" (einer unebenen Wiese) dem „Fetzenlaberl" (einem aus Stoffresten genähten Ball) hinterher und ließ seine erstaunten Mitspieler in nie zu berechnenden Dribblings ins Leere laufen. 1917 fiel sein Vater im Ersten Weltkrieg an der Isonzo-Front. 1918 wurde der 15jährige in die Jugendmannschaft des Favoritner Clubs Hertha aufgenommen und arbeitete auch als Mechanikerlehrling. 1924 kam der Mittelstürmer zu den Amateuren (seit 1926 die Wiener Austria). Der schmächtige, nahezu körperlos spielende Blondschopf hatte Schwierigkeiten, sich in der Kampfmannschaft zu behaupten. Anhaltende Knieschmerzen machten eine Meniskusoperation notwendig, die dank des berühmten Arztes Dr. Hans Spitzy hervorragend glückte. Zur Sicherheit trug Sindelar das rechte Knie in Zukunft immer bandagiert. Möglicherweise auch aus Angst vor Verletzungen, die das Ende seiner Karriere bedeutet hätten, kultivierte er sein elegantes, körperloses Spiel, das ihm den Künstlernamen „der Papierene" eintrug. |
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| Die Erfolge | |
Bei der Austria sorgte der "Papierene" für die größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Die Veilchen holten unter seiner Regie zweimal den Mitropacup (entspricht in etwa dem heutigen Europapokal der Landesmeister), 1933 im Finale gegen Ambrosiana Mailand (heute Inter Mailand), Ergebnis 2:1 auswärts verloren und 3:1 zu Hause gewonnen. 1936 hieß der Endspielgegner Sparta Prag. Keiner glaubte nach dem Hinspiel an einen Sieg der Austria, da zu Hause nur ein 0:0 erreicht wurde. Aber die Violetten siegten im Hexenkessel von Prag mit 1:0, der junge Jerusalem schoß das alles entscheidende Tor. Österreichischer Meister wurde Sindelar nur einmal, das war in der Saison 1925/26. Dafür erspielte "Motzl" mit den Veilchen fünf Cupsiege. Für die österreichische Nationalmannschaft trug er 43 mal das Trikot und erzielte 27 Tore. Mit dem Namen Matthias Sindelar ist der Begriff "Wunderteam" untrennbar verbunden. Die österreichische Nationalmannschaft unter Verbandspräsident Hugo Meisl feierte Anfang der 30iger Jahre einen Erfolg nach dem anderen. Die großen Nationalteams der damaligen Zeit wurden in Österreich aber auch auswärts klar besiegt. Begonnen hat diese Ära mit einem 5:0 Sieg gegen Schottland am 16. Mai 1931. Die Epoche Wunderteam endete mit der 1:2 Heimniederlage gegen die Tschechoslowakei am 9. April 1933. |
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| Der Tod | |
Zuletzt spielt Sindelar am 26. Dezember 1938 mit seiner Austria in Berlin gegen den Hertha BSC und schießt auch ein Tor. Wenige Tage vor seinem 36. Geburtstag, am 23. Jänner 1939, stirbt er einen rätselhaften Tod, der ihn zum unsterblichen Mythos macht. Neben ihm auf dem Bett eine aus ihrer Bewußlosigkeit nicht mehr erwachende Frau, die er erst einige Tage kennt, die Italienerin Camilla Castagnola. Im Obduktionsbericht heißt es: „Vergiftung durch Kohlenmonoxyd". Der „Unglücksfall" (durch einen schadhaften Abzug?) ist bis heute nicht restlos geklärt. Polizeiberichte zum Fall Sindelar sind verschwunden, gingen angeblich bei Kriegsende verloren. Der Spielmacher des Wunderteams ruht in einem Ehrengrab der Stadtgemeinde auf dem Wiener Zentralfriedhof. Jährlich am 23. Jänner, seinem Todestag, gedenken an seinem Grab Manager und (ehemalige) Spieler der Wiener Austria - u.a. auch der jetzige Nationaltrainer Herbert Prohaska, der die österreichische Mannschaft zur Weltmeisterschaft 1998 nach Frankreich geführt hat - des größten Fußballgenies, das Österreich je hervorgebracht hat. |
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| Friedrich Torberg: Auf den Tod eines Fußballspielers | |
Er spielte Fußball, und er wußte Er spielte Fußball wie kein zweiter, Er warf den blonden Schopf zur Seite, Es jubelte die Hohe Warte, Bis eines Tages ein andrer Gegner Von einem einzigen harten Tritte Ein Weilchen stand er noch daneben, Er war gewohnt zu kombinieren, Das Tor, durch das er dann geschritten, |
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Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof

